Wo wir aktiv werden
Projekte
Projektförderung
Die Bundesarbeitsgemeinschaft wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für Projekte zur Professionalisierung der Täterarbeit gefördert.
Schwerpunkte
Das Projekt Prävention stärken – Gewaltstrukturen verändern: Professionalisierung gleichstellungsorientierter Täterarbeit und der BAG TäHG e.V. mit seinen Teilprojekten startete am 01. Juli 2026. Die Schwerpunkte des Projektes liegen auf folgenden Themen:
Qualitätsentwicklung und -sicherung
Weiterentwicklung der Täterarbeit
Die Entwicklung des Mindeststandards Arbeit mit Tätern in Fällen häuslicher Gewalt durch BAG TäHG und seine Verabschiedung im Jahr 2007 stellte in Deutschland einen Meilenstein für die Professionalisierung der Täterarbeit dar. Die Durchführung der Täterarbeit gemäß Standard sichert seit seiner Verabschiedung Klient*innen, Betroffenen, zuweisenden Stellen, Netzwerkpartner*innen sowie der Politik eine hohe Qualität der Programme und die Gewährleistung der Anforderungen aus der Istanbul-Konvention.
Seit 2007 hat sich sowohl auf fachlicher als auch gesetzlicher Ebene im Bereich der Täterarbeit viel getan. Die vielfältigen Entwicklungen machen eine Weiterentwicklung des Standards für die Arbeit mit gewaltausübenden Personen erforderlich. Darüber hinaus verdeutlichen Studien wie die Bedarfsanalyse zur Prävention geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt, dass es Konzepte für weitere Zielgruppen in der Täterarbeit bedarf. Die bedarfs- und zielgruppengerechte Weiterentwicklung von Täterarbeit im Kontext von Gewalt in Paarbeziehungen stellt das zentrale Ziel dieses Teilprojekts dar.
Ansprechperson
Christof Furtwängler
Tel.: 030 51055009
Mail: christof.furtwaengler@bag-taeterarbeit.de
Statistik
Nach wie vor fehlt es an differenzierten und kontinuierlich erhobenen Daten im Bereich der Täterarbeit häusliche Gewalt. Mit der Etablierung und Ausdifferenzierung einer Bundesstatistik für Täterarbeit verfolgt die BAG TäHG das Ziel, diese Lücke zu schließen.
Mit der Istanbul-Konvention haben sich auch die Anforderungen an die Statistik und Auswertung der Arbeit mit gewaltausübenden Menschen verändert. Insbesondere die Verfügbarkeit von aussagekräftigen Daten ist in Deutschland nur partiell und uneinheitlich gesichert. Dies hat zur Folge, dass es an wichtigen Informationen und Erkenntnissen hinsichtlich der Inhalte, Eigenschaften und Veränderungen innerhalb der Täterarbeit fehlt.
Nachdem 2025 erstmals eine Bundesstatistik Täterarbeit veröffentlicht werden konnte, liegt der Fokus nun auf der Verstetigung und Ausdifferenzierung der Erhebung. Damit wird eine wichtige Lücke im Gewaltschutz geschlossen und die Umsetzung der Istanbul-Konvention unterstützt.
Ansprechperson
Sebastian Ulmer
Tel.: 030 51054966
Mail: sebastian.ulmer@bag-taeterarbeit.de
Berufspolitische Interessensvertretung: Verbandsentwicklung nach außen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Häusliche Gewalt im Allgemeinen und Täterarbeit im Besonderen spielen in öffentlichen Diskursen weiterhin eine untergeordnete Rolle. Die unzureichende Sichtbarkeit und das mangelnde Wissen zu Täterarbeit, ihren Inhalten und Zielen, wirken sich negativ auf die Weiterentwicklung des Gewaltschutzes aus und erschweren nicht nur die Arbeit unserer Mitglieder, sondern auch eine effektive Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Gerade vor dem Hintergrund der Zunahme an häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt bedarf es einer seriösen und ausdifferenzierten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um stärker auf das Thema aufmerksam und fundiert über Täterarbeit informieren zu können. Medienvertreter*innen und politische Entscheidungsträger*innen sind gleichermaßen Zielgruppen wie unsere eigenen Mitgliedseinrichtungen, Fachpublikum aus angrenzenden Disziplinen sowie die allgemeine Öffentlichkeit.
Mit der weiteren Professionalisierung unserer Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns dafür ein, dem Thema Täterarbeit mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und eine fundierte Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen, Gewaltprävention und die damit verbundenen Themenfelder zu unterstützen. Dadurch sollen mehr Menschen für das Thema sensibilisiert und gewaltausübende Personen, Betroffene oder Angehörige gleichermaßen angesprochen werden wie Fachpublikum und potenzielle Mitgliedseinrichtungen. Darüber hinaus zielt der Ausbau der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit darauf ab, unsere Expertise in Diskurse einzubringen und die Rolle der BAG TäHG als verlässliche Anlaufstelle für Medien, Wissenschaft und Politik bei Fragen zu häuslicher Gewalt zu stärken.
Ansprechperson:
Sebastian Ulmer
Tel.: 030 51054966
Mail: sebastian.ulmer@bag-taeterarbeit.de
Netzwerk- und Gremienarbeit
Voraussetzung für eine wirksame Täterarbeit ist die multi-institutionelle Kooperation. Die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen NGOs und Netzwerken ist nicht erst seit der Istanbul-Konvention ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit der BAG TäHG. Vor allem die gleichstellungspolitische Vernetzungsarbeit mit den Frauen- und Betroffenenunterstützungseinrichtungen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.
Als Dachverband der Täterarbeitseinrichtungen möchten wir die Expertise und Perspektive einer gleichstellungsorientierten Täterarbeit in Expert*innengremien und Netzwerke des Gewaltschutzes einbringen. Wir engagieren uns in diversen Bündnissen, bauen die Netzwerkarbeit aus, stehen für Fachformate und -veranstaltungen zur Verfügung und unterstützen Kooperationspartner*innen bei der Umsetzung relevanter Vorhaben.
Ansprechperson:
Linda Conradi
Tel.: 030 51055078
Mail: linda.conradi@bag-taeterarbeit.de
Verbandsentwicklung nach innen
Mitgliederarbeit
Die Mitgliederarbeit der BAG TäHG ist ein zentraler Baustein bei der flächendeckenden Professionalisierung von Täterarbeit in Deutschland. Da in den Beratungsstellen die konkrete Täterarbeit stattfindet, bedarf es einer aktiven Mitgliederarbeit zur Qualitätssicherung und Fortentwicklung von Präventions- und Interventionsansätzen gegen Gewalt in Paarbeziehungen. Insbesondere unter Berücksichtigung der weiterhin regional sehr heterogenen Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Täterarbeit in den unterschiedlichen Bundesländern ist das Hinwirken, der Austausch und die Verständigung über Qualitätsstandards in der praktischen Arbeit notwendig. Gleichzeitig ist die Mitgliederarbeit ein wichtiger Treiber für unsere eigene Verbandsentwicklung. Die Beratungsstellen sind Impulsgeber für die Geschäftsstelle und mit ihrer Expertise ein wesentlicher Faktor bei der Verbesserung des Gewaltschutzes in Deutschland.
Die fortlaufende Professionalisierung unseres Dachverbands und der Täterarbeitseinrichtungen vor Ort ist unweigerlich mit der Weiterentwicklung unserer Mitgliederarbeit verknüpft. Die Verbandsentwicklung nach innen ist daher von zentraler Bedeutung und wird in der neuen Förderphase darauf abzielen, die benannten Synergieeffekte im Sinne der Verzahnung und Rückkopplung zwischen Landes- und Bundesebene, Praxis und Theorie, auszuweiten und für die Verbesserung des Gewaltschutzes in Deutschland zu nutzen.
Ansprechperson:
Sebastian Ulmer
Tel.: 030 51054966
Mail: sebastian.ulmer@bag-taeterarbeit.de